Von Thomas Schmitz, 10.03.10, 18:46h
Die Staatsanwaltschaft gab auch einige Details bekannt, was genau in dem Haus in Kommern-Süd passiert ist. Demnach hatte das Ehepaar gemeinsam Silvester gefeiert und dabei auch ausgiebig getrunken: er Bier und Whisky, sie Sekt und Whisky. In der Küche kam es dann zum Eklat. Der 48-Jährige nahm einen Dekorations-Dolch mit 26,5 Zentimeter langer Klinge in die Hand, beleidigte seine Frau und warf ihr vor, einen jüngeren Liebhaber zu haben. Die Frau konnte ihrem Ehemann den Dolch entreißen und ihn in die Brust des 48-Jährigen stoßen.
Dolch im Teich
Die Waffe drang mindestens 22 Zentimeter tief ein und traf Herz und Lunge. Mit einem T-Shirt und Papier von einer Küchenrolle versuchte die Frau anschließend, die Blutung ihres Mannes zu stoppen. Sie rief den Rettungsdienst. Bei Ankunft der Sanitäter lief sie ihnen blutüberströmt entgegen. Dabei fiel hinter ihr die Haustür ins Schloss. Eine Glastür, die zur Küche führte, musste daraufhin eingeschlagen werden. Der Arzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, der verblutet war. Den Dolch fand die Polizei in einem Teich. Der Ehemann soll seine Frau, so berichtete sie es laut Staatsanwaltschaft, noch kurz vor seinem Tod aufgefordert haben, die Tatwaffe dort hineinzuwerfen.
Wenige Stunden nach der Tat ergab eine Blutprobe der Frau einen Alkoholwert von 1,64 Promille im Blut. „Zum Zeitpunkt der Tat war er noch höher“, teilte Staatsanwältin Monika Volkhausen mit. Bei der Vernehmung habe die Frau gesagt, dass sie ihren Mann habe verletzen und nicht töten wollen. „Wenn man aber sieht, mit welcher Kraft sie den Dolch gestochen hat, dann muss man von einer Tötungsabsicht ausgehen. Ein Verhalten in Notwehr ist auch nicht zu erkennen“, meinte Volkhausen.
Die Ehe des Paares, so die Staatsanwaltschaft, steckte seit Jahren in der Krise. Beim 48-Jährigen stand dessen Heizungsfirma im Vordergrund, die 50-Jährige widmete sich derweil wohl ihren zahlreichen Tieren. Die Verhandlung beginnt Mitte Mai. Im schlimmsten Fall drohen der Frau 15 Jahre Haft.
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